Von nicht beschulbaren Jugendlichen sind neun von zehn männlich. Jungen führen die Statistik bei allen nach außen gerichteten Verhaltens-Auffälligkeiten an. Sie füllen die Ambulanzen der Psychiatrie und die Gefängnisse. Diese Fakten nennt Professor Dr. Frank Dammasch, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut aus Frankfurt am Main, im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Seine Kritik: „Sie kommen schon als Kleine in eine Kultur, in der weibliche Eigenschaften stärker wiegen.“ Konkret: In der Kita und oft auch zuhause fehlt das männliche Vorbild – Jungs können ihre natürlichen Anlagen, zu denen ein stärkerer Bewegungsdrang und die Lust an aggressiver Auseinandersetzung im Spiel gehöre, nicht ausbilden. Dammaschs Vorschlag: „Ladet regelmäßig junge Männer ein, die mit Jungen spielen. Dies ist auch eine Herausforderung für die Väter, denn die sind heute zunehmend unsicher über ihr eigenes Rollenbild. Aber: „Die Identifikation mit Vätern, die stark und weich sein können, stärkt die Entwicklung einer reifen, männlichen Identität“, ermutigt Dammasch die Väter.